Biege-Verhalten: Praktische Bedeutung

Aus E-Symposion tec-tex: Technische Textilien in interdisziplinärer Sicht
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Biege-Verhalten: Praktische Bedeutung
Als wesentliche textile EigenschaftBei Technischen Textilien als ...-Verhalten bezeichnet; durch Merkmale und Kennwerte charakterisiert. [[Eigenschaft]] eröffnet und begrenzt B-VhVerhalten viele anwendungstechnische Möglichkeiten, beeinflusst wesentlich das Verarbeitungs-Verhalten und unterstützt die Qualitäts-Bewertung. Dazu einige Beispiele:

Bei TecProduktMarktübliches Produkt innerhalb einer Produkt-Gruppe; fungiert als Bestandteil eines technischen-Produkts (TecSubstrat oder TecKomponente); entsteht bei anwendungsspezifischer Veredlung eines TexHalbzeugs. [[TecProdukt]] -Anwendungen (Beispiele): (1) TecProdukte und technische Produkte bei Biegewechsel-Beanspruchungen: umlaufende Bahnen, zBzum Beispiel : Bänder, Riemen, Seile, Gurte; atmende Faltenbälge; rotierende Verbundstoffe (zBzum Beispiel . Reifen); gebrauchsbedingte Falten in Synthese-Leder, in beschichteten Stoffen (Planen, Membranen). (2) 'Zugbeanspruchte T-Stoffe: im Faden bzw in der einzelnen T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] entstehen zusätzliche Biege-Verformungen: wegen des bindungsbedingt gekrümmten Faden-Verlaufs bei Geweben, wegen des maschenförmigen Faden-Verlaufs bei Maschen-Stoffen und wegen des schlingen- bzw schlaufen-förmigen T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] -Verlaufs bei vernadelten Vliesen. (3) Wieder-Erholung nach einer kompressionsbedingten Biege-VerformungEntsteht bei Textil-Herstellung und Anwendung infolge einer Dehnungs-, Biege-oder Torsions-Beanspruchung; häufig nicht voll-elastisch. [[Verformung]] : bei langzeitig gefalteten Luftsäcken von Airbag-Systemen; bei der Pol-Schicht von Pol-Stoffen (Teppiche); bei der Flock-Schicht beflockter Produkte; bei volumengebenden Stoffen (Füll-Vliesstoffe); bei Fäden auf Garnspulen; bei T-Stoffen auf Bäumen. (4) Form-Stabilität bei dynamischer Wölb-Beanspruchung: Segel; Ballon-Stoff; Fallschirm-Stoff; Planen; Zeltbahn; Ellbogen- und Knie-Bereich von Schutz-Kleidung. (5) Drapierbarkeit: Planen; Membranen; Abdeckungen; Polsterbezugs-Stoffe; Schutzkleidung. (6) Biegsamkeit: "Griff" oder "Weichheit" von T-Stoffen. (7) Knitter-Neigung von T-Stoffen; unerwünschte Falten-Bildung. (8) Unbeabsichtigte Veränderungen des Biege-Verhaltens infolge Gebrauchs- oder PflegeRegenerierende Reinigungs-Behandlungen Technischer Textilien: Waschen, desinfizierendes Waschen, ChemischReinigen, Sterilisieren, Entstauben. [[Pflege]] -Behandlungen oder infolge veränderter Umgebungs-Bedingungen (Temperatur; Luftfeuchte).

Bei der TexHalbzeugSammelbegriff für textile Zwischenprodukte (Roh-Fasern, -Garne, -Stoffe). Mittels zusätzlicher, spezieller Veredlung entstehen daraus Technische Textilien (TecProdukte). [[TexHalbzeug]] -Herstellung/Verarbeitung (Beispiele): (1) T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] : Textur3D-Geometrie einer Faser oder eines Fadens. Sammelbegriff für die Filament-Textur und die Kräuselung ("crimp") von S-Fasern. [[Textur]] -Bildung (Crimpen) von Faser-Kabeln; Texturierung von FilamentGarnen; Filament"endlos" lange Faser; Basis-Produkt der Chemiefaser-Herstellung. Auch für die Naturfaser Seide (bombyx-mori-Typ) gebräuchlich. [[Filament]] -Verwirbelung; Garnspulen-Aufbau (Zusammenhalt); Flocke-Öffnung; Kardieren von T-Fasern; Faserband-Bildung/Ablage; Drehungs-Erteilung (GarnRepräsentiert bei Technischen Textilien die dritte Aufmachungsform. Das Pendant zum Garn ist der "Faden", der einen konkreten Garn-Abschnitt kennzeichnet. [[Garn]] ); Vernadeln (Vlies- und Filz-Billdung); hydrodynamische Faser-Verwirbelung. (2) GarnRepräsentiert bei Technischen Textilien die dritte Aufmachungsform. Das Pendant zum Garn ist der "Faden", der einen konkreten Garn-Abschnitt kennzeichnet. [[Garn]] -Verarbeitung: Umlenkung laufender Fäden an Leitorganen; Tuften; Zwirnen; Nähen; Coregarn-Herstellung (Umwinden); Litzen-Fertigung, Flechten. (3) Stoff-Herstellung: Faden-Verkreuzung; Maschen-Bildung; Faden-Schrumpf (bei Thermofixierung oder gezielt mit Hochschrumpf-Fasern oder -Garnen); erzwungenes Stauchen ("Sanfor"); Mikro-Kreppen bei Vliesstoffen. (4) Konfektionierung: Drapierung (Planen-Stoffe); Preforming für Verbundstoffe; Tiefziehen; Sitz-Bezugsstoffe.

Typische Biege-Radien Bei der Herstellung und Verarbeitung textiler Festkörper variiert der Biege-Radius in einem weiten Bereich, beginnend beim T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] -Durchmesser (kleiner 10 µm) und endend beim 5-Meter-Durchmesser einer Antriebs-Trommel. Dazu folgende Beispiele: (1) Bereich T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] -Durchmesser: Schlingen-Bildung (Häkchen") von T-Fasern an Kardier-Drähten, an Vlies-Nadeln, an Filz-Nadeln; an kammförmigen Nadel-Feldern in Nadelstrecken der Sekundär-Spinnerei; VerformungEntsteht bei Textil-Herstellung und Anwendung infolge einer Dehnungs-, Biege-oder Torsions-Beanspruchung; häufig nicht voll-elastisch. [[Verformung]] von Pol-Fasern (Pol-Stoffe), von druckbelasteten Füllungen. (2) Bereich GarnRepräsentiert bei Technischen Textilien die dritte Aufmachungsform. Das Pendant zum Garn ist der "Faden", der einen konkreten Garn-Abschnitt kennzeichnet. [[Garn]] -Durchmesser: Schlingen-Bildung von Fäden mittels Strick-/Wirk-Nadeln; Naht-Bildung mittels Ober- und Unter-Nähfaden; Faden-Knoten; Biege-Wechsel von Kett-Fäden an Webmaschinen-Litzen und von Schuss-Fäden beim hochfrequenten Fachwechsel der Web-Maschine. (3) Bereich Stoff-Dicke: Knitter, Lege-Falten, Plissierungs-Falten, Bügel-Falten. (Anmerkung: Plissierungs-/Bügel-Falten als Spezialform eines biegeverformten Textils sind gewollt, beständige Knitter werden dagegen als qualitätsmindernd betrachtet. Die beiden Falten-Formen unterscheiden sich aber weder im Bildungs-Mechanismus noch in der Veränderung der textilen Struktur. Der marketingspezifische Begriff ”Edel-Knitter” versuchte vergeblich, eine ”ästhetische” Brücke zwischen den beiden Falten-Formen zu schlagen.) (4) Bereich Millimeter bis Zentimeter: (4.1) T-FaserBegriff vermeidet missverständliche Überschneidungen mit nicht-textilen Fasern (Zellulose-, Holz-, Leder-, optische Glas-Fasern). Basis-Aufmachungsform. [[T-Faser]] :Textur3D-Geometrie einer Faser oder eines Fadens. Sammelbegriff für die Filament-Textur und die Kräuselung ("crimp") von S-Fasern. [[Textur]] -Bögen bei Filamenten und S-Fasern. (4.2) GarnRepräsentiert bei Technischen Textilien die dritte Aufmachungsform. Das Pendant zum Garn ist der "Faden", der einen konkreten Garn-Abschnitt kennzeichnet. [[Garn]] : Fadenlauf an Fadenleitorgan-Umlenkungen. (4.3) T-StoffErsetzt den vieldeutigen Begriff Stoff. Er kann aus Garn (Gewebe, Maschen-Stoff) oder Faser (Vlies) hergestellt sein. Grosse Bedeutung als Technisches Textil. [[T-Stoff]] : ”Gefühlte” Biegsamkeit (näherungsweise "Griff”-Bewertung); Faltenbälge, Schuh-Obermaterial, Täschner-Waren. (5) Bereich Dezimeter bis Meter: (5.1) GarnRepräsentiert bei Technischen Textilien die dritte Aufmachungsform. Das Pendant zum Garn ist der "Faden", der einen konkreten Garn-Abschnitt kennzeichnet. [[Garn]] : Lagerung auf Wickel-Körpern (Cops, Spulen, Bäume); (5.2) T-StoffErsetzt den vieldeutigen Begriff Stoff. Er kann aus Garn (Gewebe, Maschen-Stoff) oder Faser (Vlies) hergestellt sein. Grosse Bedeutung als Technisches Textil. [[T-Stoff]] : Transport-Walzen, Führungs-Walzen, Spann-Walzen; Auswölbung/Ausbeulung von Maschen-Stoffen, von Ballon-Stoffen; Drapierung bei der Konfektionierung.

Für die Qualitäts-Bewertung (Beispiele): (1) B-VH reagiert sensibel auf Veränderungen bei der Bindemittel-Migration (bei Vliesstoffen), bei der Bindemittel-Penetration einer Rücken-Verfestigung, bei der Penetration von Leicht-Beschichtungen, bei der Laminat-Verklebung. Solche konstruktiven Veränderungen beeinflussen die Stoff-Biegsamkeit und sind nachweisbar mittels zweier Biegsamkeits-Quotienten: Längs- zu Quer-Richtung; Oberseite zu Unterseite. (2) Zeitraffende Alterungs-Prüfungen mittels Biegewechsel-Beanspruchung: Faser-Lebensdauer bei dynamischer Biege-("Knick")-Scheuer-Beanspruchung (vorzugsweise für "pill-anfällige" PES-TT-Faser > Chemie-F. > Synthese-F. > ''Polyester-Polyethylenterephtalat'' (als "Polyester" bekannt) -Fasern). (3) Biegsamkeit als orientierender "Griff"-Kennwert.
Synonyme: Biege-Steifigkeit; Biegsamkeit ("biegsame" Textilien); Biege-Weichheit ("biege-weiche" Textilien, "biege-schlaffe" Textilien); Steifigkeit; Nachgiebigkeit; Schmiegsamkeit.
vgl: Biege-Verhalten: Praktische Bedeutung; Biege-Verhalten: Übersicht; Eigenschaft

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